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Literatur

Gott als Erzähler

„Wenn Gott die Geschichte des Universums erzählen könnte, würde das Universum zu einer Fiktion werden.“

Quellennachweis: E. M. Forster, Ansichten des Romans, Frankfurt am Main 1962; S. 64.

„Ansichten des Romans“ („Aspects of the Novel“) ist ein Werk, das in der englischsprachigen „Creative Writing“-Literatur häufig zitiert wird. Es handelt sich dabei um Vorlesungen, die der Romancier E. M. Forster (1879-1970) 1927 in Cambridge hielt.

kul-ja! publishing in Mainz

Ich wollte darauf hinweisen, dass kul-ja! publishing auf der Mainzer Minipressen-Messe (fast ein Zungenbrecher 🙂 …) vertreten sein wird, die vom 18. bis zum 21. Mai stattfindet. Ein Besuch am Stand (N03) lohnt sich mit Sicherheit. Ich sage das auch, aber keineswegs nur, weil in diesem Verlag gerade ein Buch von mir erschienen ist. kul-ja! publishing bietet ein ungewöhnlich breites literarisches Spektrum, das vom Spannungsroman über kurze Prosa und Lyrik bis hin zum Essay reicht. Ein weiteres hervorstechendes Merkmal ist die schöne grafische Gestaltung der Bücher – dass sie zudem „kul“ sind, bedarf ja nicht der Erwähnung …

Was ist ein Mythos?

Der Mythen sind viele …

Gibt man in „Klexikon“, „der ersten Wikipedia für Kinder“, das Stichwort „Mythos“ ein, bekommt man Folgendes zu lesen: „Ein Mythos ist eine alte Geschichte. Es gibt viele Vorstellungen, was ein Mythos genau sein soll. Oft ist es ein anderes Wort für Legende oder Sage. […] Die Geschichte soll nicht einfach nur spannend und unterhaltend sein. Es geht um Ideen und Ereignisse, die für alle Menschen in einem Land wichtig sind. […] Auch in der Religion findet man Mythen. […] Heute sagt man auch Mythos, wenn man das Erzählte für übertrieben hält. […]“ (Quellennachweis: https://klexikon.zum.de/wiki/Mythos)

Witziger- und interessanterweise könnte dies als abstrahierende Beschreibung meines Romans Ein Mythos von mir durchgehen (obwohl Mythen im Wortsinn darin keine Rolle spielen) – zumindest wenn man im ersten Satz „alte“ durch „neue“ ersetzt … Und selbstverständlich maße ich mir nicht an, etwas geschrieben zu haben, was für „alle Menschen“ in unserem Land wichtig ist …

Das Buch erscheint am 24. April und kann bereits vorbestellt werden. Am besten direkt beim Verlag oder im stationären Buchhandel. Auch Amazon versendet es natürlich.

Zum Stichwort Amazon möchte ich anmerken, dass mittlerweile auch bei sehr vielen (den meisten?) Buchläden online bestellt werden kann. Wenigstens mir war das bis vor kurzem nicht bewusst. Zwei mir bekannte Beispiele: die Karl-Marx-Buchhandlung in Frankfurt/M. und die Seite 36 in Mainz.

Interview „Literatur outdoors“

Walter Pobaschnig hat mich interviewt – für seine sehr interessante Website Literatur outdoors, auf der er Texte und Fotos rund um das Thema Kunst zur Verfügung stellt, wobei der Schwerpunkt nach meinem Eindruck auf der Literatur liegt. Bitte dem Link folgen!

Druckfahnen Roman

Heute schickte mir mein Lektor Stephan Herbst die Druckfahnen des Romans Ein Mythos von mir.

Damit ist für mich das Ziel einer langen – sehr langen! – Reise erreicht. Sie begann im Jahr 2012. Während eines Urlaubs im Hochtaunus kam mir der Gedanke, an einem solchen – auf den ersten Blick „ereignisarmen“ – Schauplatz eine ereignisreiche Geschichte anzusiedeln (für den Roman habe ich letztlich einen Handlungsort erfunden, der aber eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Taunus hat). Dazu gesellte sich rasch die Idee, dass die Hauptfigur ein, möglichst skurriler, Kursleiter in der Erwachsenenbildung sein sollte. Mich reizte es zudem, Stoff zu verwerten, den ich aus meiner eigenen, langjährigen Tätigkeit als Dozent für Deutsch als Fremdsprache destilliert hatte. Dieser „Stoff“ findet sich im Roman in einer auf die Figur zugeschnittenen, stark überspitzten Form wieder. Es möge nun niemand darauf verfallen, dass Deutschkurse tatsächlich so abliefen, wie im Roman beschrieben: Die entsprechenden Szenen sind realistisch und (wie ich hoffe) stimmig, sofern man sie auf die „Realität“ des Romans bezieht, nicht aber (wie ich ebenfalls hoffe) im Hinblick auf die Wirklichkeit außerhalb desselben.

Mittlerweile scheint mir übrigens, dass ich nicht nur einen philosophischen und satirischen Roman, sondern auch einen Ghosting-Roman geschrieben habe, obwohl ich das Wort bis vor kurzem nicht kannte und das entsprechende Phänomen auch nicht unbedingt für zeittypisch gehalten hätte. Regelrecht faszinierend finde ich, dass der Begriff offenbar exakt zu dem Zeitpunkt im deutschen Sprachraum aufgetaucht ist, zu dem ich mir die ersten Notizen zu meinem Roman machte (siehe Grafik). Beim Schreiben fühlte ich mich Lichtjahre vom Zeitgeist entfernt, aber, wie man sieht, war ich ihm womöglich näher, als ich glaubte. Und das ist nun wiederum interessant in Bezug auf ein anderes, zentrales Thema des Romans, nämlich die Abhängigkeit bzw. Unabhängigkeit des Einzelnen von der Gesellschaft …

Berchtoldvilla

Momentan „stecke“ ich (mit kul-ja-Lektor Stephan Herbst) so tief im Lektorat meines Romans „Ein Mythos von mir“, der im Frühjahr erscheinen soll, dass ich noch gar nicht dazu kam, eine erfreuliche Neuigkeit zu vermelden: Ich habe das kleine Stipendium der Berchtoldvilla in Salzburg erhalten. Dieses ermöglicht es einem, eine Zeitlang in der sogenannten Literaturmansarde zu arbeiten. Und sogar eine Lesung in der Berchtoldvilla ist bereits geplant, nämlich für den 26. September (die Veranstaltung werde ich hier zu einem passenderen – das heißt: späteren – Zeitpunkt noch einmal ankündigen). Ich freue mich schon sehr auf Salzburg und die Ausstellungen „Einblicke – Ausblicke“ (Karin Puchinger und Wolfgang Richter) bzw. „GlasFarbenSpiel retrospektiv“ (Gerlinde Hochmair), die während meines Aufenthalts gezeigt werden.

Vielen Dank übrigens an Kerstin Fischer für die Informationen zur „Literaturmansarde“!

Thüringer Buchtage

Am Samstag war ich in Erfurt, bei den Thüringer Buchtagen – vor allem um das Team von kul-ja publishing, wo mein „alter“ Roman erscheinen wird, einmal persönlich kennenzulernen. Das Gespräch am Stand habe ich als angeregt, anregend und heiter empfunden.

Mit Stephan Herbst und Bianca Katharina Mohr

Erfurt machte im Vergleich zum Rhein-Main-Gebiet einen sehr winterlichen Eindruck …

Akrostichon for peace

Der Text, auf den ich hier verlinke, beansprucht nicht, mehr als ein Wortspiel zu sein, eine Assoziationskette – vor einem allerdings ernsten Hintergrund.

Walter Pobaschnig betreibt die interessante Website Literatur outdoors. Gern bin ich seiner Einladung gefolgt, ein Akrostichon zu dem Satz „Give peace a chance“ zu schreiben, denn „dem Frieden eine Chance zu geben“, gelingt (Teilen) der Menschheit ja offenbar und schwerverständlicherweise immer nur für einige Jahre.

(Ein Akrostichon, auch Leistengedicht genannt, ist eine poetische Form, bei der in der Regel die Anfangsbuchstaben der Zeilen zusammengesetzt einen eigenen Sinn ergeben.)

Ventspils-„Finale“

Am Donnerstag und Freitag fand hier, im Internationalen Schriftsteller- und Übersetzerhaus, eine Veranstaltung mit Studentinnen (ja, es waren tatsächlich nur Frauen) der Universität Liepaja statt, die dort einen Master in „Writing Studies“ machen. Ich habe drei kurze, eher lyrische Texte vorgetragen (und auf Englisch ein paar Worte zum Inhalt gesagt) und mit den Anwesenden über die Frage gesprochen, wie es gelingen könnte, als „Vollzeit-Autor“ zu leben. Dazu hatte ich vor dem Hintergrund eigener, teils durchaus schmerzlicher Erfahrungen einiges zu sagen. Die Studentinnen schien das Thema ebenfalls zu interessieren: Die Diskussion war sehr lebhaft. Und mein lausiges Englisch hat mich dabei kaum behindert …

Für mich war dieses Seminar – fast – schon das Finale meines Aufenthalts hier. Mittlerweile habe ich das Gefühl, auf meinen Abreisetag Ende nächster Woche zuzurollen – noch langsam, aber mit zunehmender Geschwindigkeit …

Siehe auch den (älteren) Beitrag Lettland/Latvija.